Montag, 17. Juli 2017

Immer wieder Sonntags.

Und dann sitze ich abends auf dem Sofa und fühle mich allein, so einsam. Die Einsamkeit kriecht aus allen Ritzen der Wohnung und findet mich. Dabei war doch eben noch alles gut, so wie es ist. Ich sitze auf der Couch, trinke einen Eiskaffee, gucke einen Krimi. Genau das brauche ich jetzt und genau das fühlte sich eben noch so gut an. Doch da ist dieses komische Gefühl. Schleicht sich langsam an, erreicht mich, bedrückt mich und lässt mich nachdenken. 

WhatsApp, Facebook, Instagram- Tag ein, Tag aus. Wir sind an unseren Handys, schreiben mit Freunden, schreiben mit Unbekannten. Wir treten in virtuellen Kontakt mit Menschen, die uns nahe stehen und ebenso mit Menschen, die wir vielleicht gar nicht wirklich kennen. Wir lernen uns kennen. Lernen uns über soziale Plattformen kennen. Schreiben. Tag ein, Tag aus. Lernen uns mehr kennen, mögen uns, fangen an uns sehr zu mögen. Gefühle entstehen. Es ist schön, so wie es ist. Weil man sich ja hat, weil man sich den ganzen Tag schreibt, in Gedanken beieinander ist. Denkt man. Denkt man ein mal mehr nach, trifft einen die Wahrheit über diese virtuelle Beziehung wie ein Schlag ins Gesicht. Ich freue mich über Nachrichten auf meinem Handy eines mir eigentlich Unbekannten, ein mal kurz gesehen, vielleicht auf einer Party, vielleicht betrunken. Warum bedeutet es mir so viel, diesen Kontakt aufrecht zu erhalten, wenn er nicht mal danach fragt, ob wir uns treffen wollen? Wir sagen wir lernen uns kennen. Aber kenne ich einen Menschen, wenn ich nicht mal weiß, wie er über meine Sprüche lacht, wie er guckt, wenn wir über nachdenkliche Themen sprechen, wie er mich ansieht, wenn ich mal nicht hinsehe. Ich kenne weder seine Mimik, Gestik, noch weiß ich wie er riecht. Und ist uns das egal? Sind uns all diese Dinge egal geworden, weil es so viel einfacher ist, den ganzen Tag nur zu schreiben? Weil man sich nicht gegenüber stehen muss, weil es alles leichter macht, weil Worte viel leichter geschrieben werden, als ausgesprochen? 
Genau so leben wir. Zwischen kurzen Flirts und vielleicht doch der großen Liebe. Und das alles läuft über unsere Hände ab. Weil wir schreiben. Alles schreiben. Und was passiert mit uns, wenn wir mal nicht schreiben? 
In mir breitet sich ein seltsames Gefühl aus. Es schleicht sich an, bedrückt mich. Ich entsperre mein Handy, gehe zu WhatsApp. So viele Chats und doch schreibt niemand. Es schockiert mich, dass meine Einsamkeit von Chats auf meinem Handy abhängig ist. Ich war immer der Typ, der das allein sein genießt. Ich sitze gerne allein mit einem Kaffee auf der Couch und lese oder schaue eine Serie, sitze gerne abends in der Küche unter dem Dachfenster und höre Musik. Das gibt mir viel. Das ist Zeit für mich. Allein sein genießen. 
Und dann kommen da diese Momente, an denen ich allein sein nicht genießen kann. Momente, an denen es mich runterzieht, dass niemand hier ist und mit mir spricht. Oder niemand da ist, der mir schreibt. Das ganze Wochenende laufen wir von Party zu Party, sind immer unter Menschen, sind nie allein. Haben alles und nichts. Und dann sitze ich Sonntag abends auf der Couch und fühle mich einsam. Und es stört mich. Es stört mich, dass ich dieses Gefühl zulasse. Dass sich diese virtuelle Welt auf meine Gefühle auswirkt. 

'Ich lerne nie gute Typen kennen, immer nur Arschlöcher.'
Was ja aber auch so viel Sinn ergibt. Denn ein Mann, der gar keinen Wert drauf legt, dich persönlich kennen zu lernen. Der nicht mal anruft, wenn die Gespräche tiefsinniger werden. Der auch mal Tage braucht, um zu antworten. Glauben wir wirklich, dass das gute Typen sind? Und sind wir selbst besser, wenn wir auf genau das eingehen? 
Wann hat es aufgehört, dass man was Essen geht, was Trinken, die ganze Nacht über Gott und die Welt redet, bis man müde ist. So müde, weil so viel passiert ist. Weil man sich einem neuen Menschen geöffnet hat und man ein gutes Gefühl hatte, den ganzen Abend lang. Wann hat genau das aufgehört? 


Samstag, 21. Mai 2016

Where to eat in Vienna

Where to eat in vienna? Ich kann euch da ein Café wärmstens ans Herz legen und von diesem möchte ich heute kurz berichten.

Als ich vor zwei Monaten nach Wien geflogen bin, hatte ich vorher viele Blogposts über Lokale und Cafés in Wien durchforstet. Auf meiner Suche ist mir ein Café besonders in Auge gestochen- Motto am Fluss (direkt am Schwedenplatz).

Der erste Versuch ist eher kläglich gescheitert, weil mir nicht bewusst war, dass doch so viele Menschen genau so denken wie ich. Das Café ist anscheinend sehr beliebt, weshalb es wichtig ist, dass ihr euch früh genug einen Tisch reserviert. Ich habe am Dienstag für Samstag reserviert und habe noch einen für 08.00 Uhr früh bekommen.

Die Atmosphäre ist wirklich unglaublich herzlich und freundlich. Freundliches Personal und eine moderne, schöne und süße Einrichtung. Wir saßen an diesem Tag draußen und hatten einen direkten Blick auf das Wasser- bei bestem Wetter!
Preis-Leistung stimmt hier sehr. Vollwertige Lebensmittel und eine gesunde und leckere Auswahl auf der Speisekarte. Und einen Kellner, der mich nach Allergien fragt, den hatte ich auch noch nie.. ;-)

Sehr zu empfehlen und immer wieder einen Besuch wert!





Ich hatte das 'All das breakfast Sandwich', 'Superfood Granola' sowie einen Café Latte. 









Lasst es euch gut gehen! 

Franzi xx






Mittwoch, 1. April 2015

Der Sinn des Lebens: Liebe


Glücklich sein, Vollkommenheit, Zufriedenheit- diese drei Worte schießen mir gerade durch den Kopf. Ich denke über nichts bestimmtes nach und mir wird bewusst, dass ich so extrem glücklich und zufrieden bin zur Zeit. Und der Grund dafür? Liebe.

Wenn mich jemand fragt, was der Sinn des Lebens sei, würde meine Antwort jedes Mal 'Liebe' lauten. Warum?
Ich merke seit einigen Wochen wie sehr ich Liebe brauche, wie sehr wir alle Liebe brauchen. Wir brauchen sie, weil sie unsere tägliche Stütze ist. Es ist vollkommen egal, ob durch Familie, Freunde oder den Partner. Liebe ist mein Antrieb, meine Motivation und Liebe sind die Hände, die mir immer den Rücken stärken, falls mich etwas runterziehen will. erst jetzt wird mir bewusst, wie stark mich Liebe beeinflusst. Dieses Gefühl bedingungslos geliebt zu werden, egal was ich tue, egal wie ich handle, es ist immer jemand da, der all das akzeptiert und mich bei all meinen Entscheidungen unterstützt.
Und was noch viel besser ist: Liebe verändert mich. Die Liebe lässt mich andere Dinge lieben.
Ich habe vor einigen Wochen angefangen regelmäßig Sport zu treiben- mittlerweile ist es meine gesamte Freizeit. Ich mache keinen Sport, weil ich das Gefühl habe, ich muss mich jetzt für meinen Partner verändern. Nein, ich mache es, weil mir mein Partner so eine wahnsinnig große emotionale Stütze schafft, durch die ich vieles aus einer ganz neuen Perspektive sehe. Ich kann mich für so viele Dinge motivieren, ich möchte neues ausprobieren, und das alles nur, weil in meinem Kopf so unendlich viele positive Gedanken umherschwirren, dass ich gar nicht weiß, wohin mit meiner Energie.
Ich bin so emotional gerade, dass ich weinen könnte, einfach nur, weil ich darüber nachdenke, wie glücklich und erfüllt ich bin. Weil mir vorher nie bewusst war, wie es sein kann und wie es sein sollte.
Es haben mir schon viele Menschen das Gefühl gegeben, dass ich verliebt bin. Dachte ich. Doch mir war nie bewusst, was alles dazu gehört. Von Natur aus bin ich ein Mensch, dem es schwer fällt, anderen etwas zu gönnen- ein schönerer Körper als meiner, neue teure Schuhe, eine neue Handtasche die ich auch so gerne hätte- eine extrem negative Eigenschaft, die mich immer wieder runterzieht, je länger ich drüber nachdenke. Mittlerweile brauche ich oft einen kurzen Moment, dann fällt mir aber ein, was ich doch alles habe und dass es überhaupt keinen Grund gibt, weshalb ich Person XY etwas nicht gönnen sollte. Das ist alles eine reine Kopfsache und jetzt wo ich merke, wie glücklich ich bin, brauche ich diesen Neid nicht mehr. Dann muss ich halt einen Monat mehr sparen, weil ich noch mein Auto bezahlen muss, aber was ist daran schlimm, denn die Zeit mit meinem Mann geht doch sowieso so schnell rum und gibt mir viel mehr als ein neues paar Schuhe.

Durch die Liebe, die ich endlich gefunden habe, verschwinden so viele Barrieren aus meinem Kopf, die mir meinen Alltag so oft so schwer gemacht haben. Liebe erweitert meinen Horizont, egal in welcher Hinsicht. Liebe macht mich glücklich und durch die Liebe mache ich mich ebenso selbst glücklich. Durch die Liebe habe ich meine Selbstliebe wieder gefunden. Alles was ich mache, mache ich gerne, weil ich nur noch das mache, was mir Freude macht. Liebe öffnet mir die Augen. Und selbst wenn die Liebe mir manchmal nicht direkt helfen kann, hilft sie mir, indem sie mich erinnern lässt, was ich habe. Ich habe eine Person an meiner Seite, mit der ich ein WIR erschaffen habe, weil wir WIR sind. Weil jeder Mensch irgendwo ein WIR braucht, weil nichts schwieriger ist, als alleine durchs Leben zu gehen.

xx 


Dienstag, 13. Mai 2014

Instagram- die Zerstörungsapp für das Selbstwertgefühl

Freitag Abend, ich sitze vorm Fernseher, Laptop auf dem Schoß und dazu eine Tafel Schokolade. Klingt doch eigentlich nach dem perfekten Freitag Abend, oder? Doch ist es ein entspannter Abend allein oder ist es traurig, dass man allein ist?
Entweder du kommst damit klar, dass du alleine bist oder du tust es nicht. Warum sind wir überhaupt so ungern alleine? Warum haben wir das Bedürfnis, unser Leben im Internet zu teilen, damit wir nicht das Gefühl von Einsamkeit erfahren? Oder Gegenfrage: Sind wir überhaupt alleine oder ist das Leben in der großen Community des Internets auch ein Leben? 

In unserer heutigen Gesellschaft wirst du sofort zum Außenseiter degradiert, sobald du jegliche Aktivitäten alleine unternimmst. Alleine shoppen? Keine Freundinnen. Alleine abends eine DVD schauen? Keine Freunde. Alleine einschlafen? Einsam. 
So oder so ähnlich ist das typische Bild über unsere Mitmenschen, sobald man etwas nicht mit anderen Menschen teilt. Aber wann wurde entschlossen, dass es ein MUSS ist, alles zu teilen? 

Liegt es an den neuen Medien und dem ständigen Drang, alles auf sozialen Plattformen zu teilen, nur um den Menschen da draußen, die wir höchstwahrscheinlich nicht mal persönlich kennen, zu zeigen, wie toll unser Leben doch ist und wie viel Spaß wir doch mit unseren Freunden haben? Wohin läuft dieser unaufhaltbare Trend, jedes kleinste Detail unserer Privatsphäre in die weite Welt zu schicken? 
Warum lassen wir uns überhaupt von diesem massenmedialen Trend so in die Enge der Einsamkeit drängen? 

Wann wurde beschlossen, dass alleine sein Einsamkeit bedeutet? Menschen, die immer nur aufeinander hängen, keine Geheimnisse voreinander haben, alles miteinander teilen, jeder weiß alles, jeder kennt jeden, jeder verbringt seine Zeit mit jedem. Wohin führt das? Genau, es führt dazu, dass diese Menschen keine Sekunde mehr allein sein können, da dieses ''alleine sein'' sofort bedeutet, dass sie keine Freunde mehr haben, dass sie nichts mehr sind, wenn sie alleine sind. 
Wer oder was hat dieses Bild so in die Population getrieben?  

Kleines Beispiel: Eine 13 jährige drapiert ihre neu erworbenen Chanel Nagellacke und ihre neuen Hollister Klamotten schön auf ihrem Schaffellteppich von IKEA. Sie schießt unendlich viele Bilder, bearbeitet diese, bis sie perfekt genug sind, um der weiten Welt des Internets zu zeigen, was sie da doch Teures gekauft hat. Alles muss rosa sein und vor allem muss alles schreien ''Schaut her, ich habe Geld!''. Jetzt denkt ihr? Ja, warum nicht. Was aber wenige hinter diesen perfekten Welten dieser Mädchen sehen ist, dass lange nicht alles so perfekt ist, wie es scheint. Für den Chanel Nagellack hat sie wahrscheinlich ihr gesamtes Taschengeld geopfert und die Hollister Klamotten sind Second-Hand. Der schlimmste Faktor daran aber ist, dass viele nicht bedenken, dass das Mädchen 13 Jahre alt ist. Dass total vergessen wird, wie jung die ganzen Mädchen eigentlich noch sind und mit was sie in diesem Alter schon konfrontiert werden. 
Der immer größer werdende Druck auf jugendliche Mädchen Perfektionismus anzustreben, ein Leben zu zeigen, was sie in Wirklichkeit gar nicht führen, schlägt in letzter Zeit auf sozialen Netzwerken wie Instagram große Wellen. 

Wie wird sich all das weiter entwickeln? 
Menschen in unserer heutigen Gesellschaft streben nach Perfektionismus, nach dem großen Geld, nach dem perfekten Leben. Oft wird dieses perfekte Leben jedoch komplett verzerrt dargestellt. Seit wann macht es jemanden aus, teure Dinge zu besitzen? In den Köpfen der Menschen schon immer. Jeder will jeden übertreffen, will was besonderes sein und vor allem will jeder Aufmerksamkeit und Anerkennung. Diese Dinge sind menschlich, doch leider gefundenes Fressen für die massenmediale Welle, die auf uns zu kam, als jeder plötzlich ein Smartphone besaß. 

Ich will damit auf keinen Fall behaupten, dass ich dem entgegengehe. Ich selbst habe einen Instagram Account und ja, auch auf meinen Bildern ist eine 2000€-Facebook Maschine zu sehen. Warum? Weil es ansteckt. Weil man mitten drin ist. Warum es bei mir okay ist? Weil ich weiß inwieweit mich mein Leben im world wide web im sozialen Leben beeinflusst. Ich kann entscheiden, wann alles realitätsfern wird. Aber ich denke diese ganzen jungen Mädchen können das noch nicht. Welche 13 jährige weiß schon, wie ihr späteres Leben aussehen wird? Nicht viele, außer die, denen genügend Geld schon in die Wiege gelegt wurde. 
Ist es gut was wir dort machen? Definitiv nicht. Wir bringen junge Mädchen, denen eigentlich die Mittel für so etwas fehlen in eine Enge, die sie belastet. Der Wunsch auch so zu sein, sich die selben teuren Dinge leisten zu können, setzt viele Jugendliche dermaßen unter Druck und schadet ihnen. 
Vor allem bringt es Menschen, die diesem Trend nicht folgen können, dazu sich einsam zu fühlen. 

Was ich hiermit sagen möchte? 
Ganz einfach. Soziale Netzwerke wurden nicht dafür erfunden, sich gegenseitig neidisch zu machen, sich zu behaupten oder sich selbst als was besseres darzustellen. Doch genau diese Formen drehen gerade unglaublich große Kreise und bringen letztendlich nichts außer ein gepushtes Ego der sowieso schon ''Reichen und Schönen'' und ein verletztes Selbstwertgefühl derer, die sich all diese Dinge, die sie dort in unglaublich großen Mengen sehen, nicht leisten können und den Druck dieses ''Wettbewerbes'' nicht standhalten können. Ist es das was wir wollen? Ein Bild mit 7600 Likes aber während wir zu Hause vor unserem Smartphone sitzen alleine zu sein? Denn genau das ist es, was diese Bilder nicht vermitteln. Die Leben die wir dort sehen, sind definitiv nicht die, die diese Menschen in Wahrheit führen. 

Was bringen uns ''Gefällt mir''- Angaben? Sie pushen unser Selbstwertgefühl. Und was ist wenn keiner mehr unsere Bilder liked? Wir fühlen uns nur noch halb so schön und halb so wertvoll. Letztendlich fühlen wir uns einsam. 

Es liegt also in unserer Hand, ob wir allein sein können oder nicht. Dieser Strom des Selbst-präsentierens muss gestoppt werden. Es muss wieder alltäglich werden, alleine eine Tafel Schokolade zu essen, ohne sie zu posten, damit man das Gefühl hat, man sei nicht allein. 
Wer findet schon Zeit für Freunde und Beziehungen, wenn man seine ganze Zeit in seine Online-Welt investiert. Keiner. Die Menschen müssen aufhören ihre Leben nach irgendwelchen vorgespielten perfekten Leben zu leben, aufhören zu denken sie benötigen teure Dinge, um etwas zu sein. 
Denn so lange die Menschen noch zwischen dem realen und dem virtuellen Leben unterscheiden können, ist es okay auch mal alleine Abends eine DVD zu sehen. 

''Be who you want to be, not what others want to see!''